Kolleg / Kolleg für Berufstätige

Voraussetzung: Reifeprüfung, Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung.

Dauer: 4 Semester

Das Kolleg an Handelsakademien hat die Aufgabe, Absolventinnen und Absolventen von höheren Schulen anderer Art (z.B. AHS oder ORG) das berufsspezifische Bildungsgut der Handelsakademie zu vermitteln.

Die Ausbildung am Kolleg der Handelsakademie wird durch eine Diplomprüfung beendet.

Das Kolleg ist jene Schulform, die sich an Personen mit Reifeprüfung, Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung wendet, die sich für ihren beruflichen Weg vor allem im kaufmännischen Bereich qualifizieren möchten.

Im Intensivunterricht, ca. 25-30 Wochenstunden, erhält man eine solide kaufmännische Ausbildung mit den Kernbereichen Rechnungswesen, SAP-Grundausbildung, Betriebswirtschaft, Projektmanagement und Wirtschaftsinformatik, Informations- und Officemanagement sowie Wirtschaftsenglisch und eine weitere Fremdsprache.

Die Lerninhalte werden in einem modularen System angeboten: Es gibt kein Wiederholen eines gesamten Semesters mehr, das Vorankommen wird an den positiv absolvierten Modulen (Lerneinheiten einzelner Unterrichtsfächer) gemessen. Das bringt eine wesentliche Flexibilisierung, weil dadurch die Möglichkeit besteht, das Lerntempo weitgehend selbst zu bestimmen.

Lehrpläne:
Kolleg:
[aktueller Lehrplan]
BGBl. II Nr. 152/2015, Anlage A4

Kolleg für Berufstätige:
[aktueller Lehrplan]
BGBl. II Nr. 152/2015, Anlage 4B

Nationale und internationale Klassifizierung:
Internationale Standardklassifikation im Bildungswesen (ISCED): ISCED 55
Nationaler Qualifikationsrahmen (NQR): EQR/NQR 5

Berechtigungen:

  1. Berechtigungen gemäß Berufsausbildungsgesetz

Gleichhaltung von schulischen Ausbildungsabschlüssen mit facheinschlägigen Lehrabschlüssen gemäß § 34a Berufsausbildungsgesetz (BAG)

Gemäß § 34a BAG und Erlass des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend GZ BMWFJ-33.800/0005-I/4/2012 gilt für den Bereich der beruflichen Qualifikationen, des Arbeitsrechtes einschließlich der Kollektivverträge sowie des Sozialversicherungsrechtes das Prüfungszeugnis, mit dem der erfolgreiche Abschluss des österreichischen Kollegs der Handelsakademie nachgewiesen wird, zumindest als Nachweis einer mit einer facheinschlägigen Lehrabschlussprüfung abgeschlossenen beruflichen Ausbildung.

Dieser Erlass schließt folgende Lehrberufe ein:

  • Bürokaufmann/frau
  • Finanz- und Rechnungswesenassistenz
  • Buchhaltung (auslaufend)

Gemäß oben genanntem Erlass darf für diese Lehrberufe kein Lehrvertrag abgeschlossen werden.

Der Antritt zur Lehrabschlussprüfung (auf freiwilliger Basis) bleibt allerdings möglich, um den Nachweis der beruflichen Qualifikationen auch auf diese Weise erbringen und ein Lehrabschlussprüfungszeugnis erhalten zu können.

  1. Berechtigungen gemäß Gewerbeordnung

  1. Zugang zur Ausübung selbstständigen Ausübung reglementierter Gewerbe

Gemäß Gewerbeordnung, BGBl. Nr. 194/1994 in der geltenden Fassung und erlassenen Verordnungen sowie Erlass des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit BMWA-30.599/0341-I/7/2005 vom 5. April 2006 sind folgende gewerblichen Berechtigungen für die selbstständige Ausübung reglementierter Gewerbe verbunden.

Gewerbe

Weitere Voraussetzung

Arbeitsvermittlung

BGBl. II Nr. 26/2003

Nach einer eineinhalbjährigen fachlichen Tätigkeit und der Befähigungsprüfung

Immobilientreuhänder/in (Immobilienmakler/in und -verwalter/in)

BGBl. II Nr. 58/2003

Nach einer eineinhalbjährigen Tätigkeit und der Befähigungsprüfung

Inkassoinstitut

BGBl. II Nr. 59/2003

Nach einer eineinhalbjährigen Tätigkeit

Sicherheitsgewerbe (Berufsdetektiv/in / Bewachungsgewerbe)

BGBl. II Nr. 82/2003

Nach einer eineinhalbjährigen Tätigkeit und der Befähigungsprüfung

Spediteure einschließlich der Transportagenten

BGBl. II Nr. 83/2003 zuletzt geändert durch BGBl. II Nr. 399/2008

Nach einer eineinhalbjähriger Tätigkeit;

HAK-Kolleg (Berufstätige) mit Fachrichtung „Logistikmanagement und Speditionswirtschaft“ oder „Entrepreneurship und Management mit Geschäftsfeld Logistik bzw. Speditionswirtschaft“  oder Ausbildungsschwerpunkt „Transportmanagement“

Überlassung von Arbeitskräften

BGBl. II Nr. 92/2003

Nach einer eineinhalbjährigen Tätigkeit und der Befähigungsprüfung

Unternehmensberatung einschließlich Unternehmensorganisation

BGBl. II Nr. 94/2003 zuletzt geändert durch BGBl. II Nr. 294/2010

Nach einer eineinhalbjährigen Tätigkeit

  1. Entfall der Unternehmerprüfung

Gemäß § 8 Abs. 2 Unternehmerprüfungsordnung, BGBl. Nr. 453/1993 in der geltenden Fassung, entfällt der Prüfungsteil „Unternehmerprüfung“. Die Unternehmerprüfung ist Voraussetzung für die selbstständige Ausübung eines reglementierten Handwerks bzw. Gewerbes oder für Ausübung der Funktion einer gewerberechtlichen Geschäftsführerin /eines gewerberechtlicher Geschäftsführer.

  1. Berechtigungen in der Europäischen Union (inkl. EWR-Staaten und Schweiz)
    Das Aus­bildungs­niveau der mit den Diplomprüfungszeugnis ab­ge­schlossenen Ausbildung entspricht Artikel 11 Buchstabe c der Richtlinie 2005/36/EG über die Anerkennung von Berufs­quali­fikationen, zuletzt geändert durch die Richt­linie 2013/55/EU.

  2. Einstufung gemäß NQR-Gesetz
    Diese Qualifikation wurde nach § 8 NQR-Gesetz (BGBl. I Nr. 14/2016) auf das Niveau 5 des Nationalen Qualifikationsrahmens zugeordnet. Dies entspricht dem Niveau 5 des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) entsprechend der Empfehlung des Rates (2017/C 189/03).

Gemäß Schulunterrichtsgesetz (SchUG) § 42. Abs. 1 gelten die Berechtigungen auch für die Inhaberinnen / Inhaber eines Externistendiplomprüfungszeugnisses.

Verantwortlich für diese Seite: N. Hanauer