SCHULE TROTZT CORONA MIT UNTERRICHT IM FREIEN

Die Vienna Business School Mödling hat besonders kreative Wege gefunden, um aus der Krise nicht nur das Beste zu machen, sondern sie als Chance für neue Unterrichtsformen zu nutzen, die auch nach der Pandemie Zukunft haben.

Wien, 16.10.2020. Die Corona-Pandemie hält nicht zuletzt auch das österreichische Schulwesen auf Trab. „Jetzt braucht es eben andere Unterrichtsformen“, so Direktorin Isabella Engelmeier-Wilfling. „Die Krise bricht die Struktur des Klassenraums ohnehin auf, das birgt aber auch Vorteile!“

Denn der Unterricht im Freien ermöglicht es, Wissen bildhafter und interaktiver zu vermitteln.„Das hinterlässt mehr Eindruck, die Information wird so stärker im Gedächtnis der SchülerInnen verankert. Der Lerneffekt ist damit insgesamt größer“, unterstreicht Engelmeier-Wilfing die Vorzüge ihres Vorreiterprojekts„Pädagogik in der Natur“, das sich über das gesamte Schuljahr und durch einige Unterrichtsfächer zieht.

Literatur im Wald erkunden

In der Natur ist man von der Vienna Business School Mödling aus freilich schnell. Die Darstellung der Natur in der englischen und amerikanischen Literatur und Dichtung

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Englischlehrer Polt und seine Klasse bei der Textinterpretation.
Fotocredit: Sylvia Garantini

verschiedener Epochen erforscht die zweite Klasse daher mit ihren EnglischlehrerInnen auch im Grünen.„Während des Spaziergangs bis hinauf zur Burg Liechtenstein setzen sich die SchülerInnen mit Literaturtheorie, den Merkmalen von Gedichten und den Biografien der einzelnen AutorInnen auseinander. So wird der Sprachschatz erweitert, gleichzeitig bewegen sich die SchülerInnen ausreichend“, erklären ihre LehrerInnen Nina Pippan und Florian Polt.
Anschließend können sich die SchülerInnen kreativ betätigen und verfassen selbst Naturgedichte.„Der Open- Air-Unterricht hat auch zur Folge, dass die Stimmung ungezwungener ist und sich die SchülerInnen mehr zutrauen, beispielsweise beim Vorlesen und Interpretieren. Die Natur tut dem Geist und damit dem Lernen gut“, sagt Direktorin Engelmeier-Wilfling.

Das zeigen auch Untersuchungen der Technischen Universität München, bei denen WissenschafterInnen bereits nachweisen konnten, dass beim Outdoor-Unterricht das Stresshormon Cortisol kontinuierlich sinkt. Aktuell geht die Forschung der Frage nach, ob Lernen im Wald auch die intrinsische Lernmotivation stärkt – erste Hinweise darauf gibt es schon.

Skandinavien als Open-Air-Vorbild

In skandinavischen Ländern wurde das Konzept der sachorientierten„Draußenschulen“ bereits vor der Krise angewandt. Es sieht vor, dass Schulklassen einmal pro Woche in regionalen Natur- und Kulturräumen unterrichtet werden. Dabei werden auch soziale Lernziele verfolgt. Die Lehrpläne sehen für den Unterricht draußen ein fächerübergreifendes Lernen vor, bei dem das kognitive und das physisch-sinnhafte Erfassen verknüpft sind.

In Österreich ist Unterricht im Freien nun ein Teil der Covid- Empfehlungen des Bildungsministeriums. „Natürlich kann man nicht alles nach draußen verlegen“, sagt die Schulleiterin der Vienna Business School Mödling. „Aber mit Kreativität und den entsprechenden Didaktik-Konzepten kann man oft mehr ermöglichen als gedacht.“

Draußen findet auch ein ganz besonderes Führungsseminar der Vienna Business School Mödling statt: Für die vierte Klasse der Handelsakademie Plus gilt es, das Gegenüber nonverbal zu überzeugen und zu motivieren.„Pferde eignen sich hervorragend dazu, das eigene Fehlverhalten zu erkennen, denn sie reagieren sofort auf unser bewusstes wie auch unser unbewusstes Verhalten“, unterstreicht Engelmeier-Wilfling.

Am Gelände des Reitvereins Gaaden im Wienerwald zeigen Coaches der Outdoor-Klasse, wie man Ordnung in eine Gruppe von Pferden bringt oder sie durch einen Hindernis-Parcours führt – ohne Zügel. Nur Mittel wie das Auftreten, der Blick sowie Eindringlich- und Zielstrebigkeit dürfen bei den Übungen eingesetzt werden.„Pferde brauchen genauso wie MitarbeiterInnen einen Grund, das zu tun, was die Führungskraft von ihnen möchte. Das kann zum Beispiel die entgegengebrachte Wertschätzung sein“, so die Direktorin.

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Führung ohne Zügel – die SchülerInnen lernen, wie das geht.
Fotocredit: Isabella Engelmeier-Wilfling

Die Arbeit mit Pferden hat aber noch einen Vorteil: Anders als Menschen geben sie mehrere erste Chancen, denn sie stellen sich jedes Mal aufs Neue auf einen ein. So lernt man schrittweise, das eigene Führungsverhalten zu verbessern.
„Interessanterweise gibt es in einer Pferdeherde außerdem immer eine‚ perfekte Hierarchie‘, wo jedem Tier sein Platz und damit seine Aufgabe hat“, streicht Isabella Engelmeier- Wilfling einen kleinen, aber feinen Unterschied zu den Zweibeinern augenzwinkernd hervor.

www.moedling.vbs.ac.at

Rückfragen:
Fonds der Wiener Kaufmannschaft
Mag. Sabine Balmasovich
Leitung Kommunikation & Marketing Tel.: +43 (1) 501 13-7104
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www.kaufmannschaft.com

 

Alternativtext: siehe Bildunterschrift
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