Bewertung und Nostrifikation ausländischer Zeugnisse

Bewertung ausländischer Zeugnisse

Die Bewertung ausländischer Abschlusszeugnisse soll die Einschätzung des Werts im Ausland erworbener Schulabschlüsse erleichtern sowie eine grundsätzliche Beurteilung der Vergleichbarkeit mit einem österreichischen Schulabschluss ermöglichen.

Die ausgestellte Bewertung unterstützt vor allem bei der Arbeitsplatzsuche.

Die Bewertung ersetzt nicht die Anerkennung von Qualifikationen für den Zugang zu gesetzlich geregelten Berufen oder die Nostrifizierung von Zeugnissen.

Der Antrag ist kostenlos und online unter dem folgenden Link einzubringen: www.asbb.at

Information zur Bewertung von ausländischen Berufsbildungsabschlüssen

Nostrifikation ausländischer Zeugnisse

Nostrifikation eines ausländischen Zeugnisses einer kaufmännischen Schule der Sekundarstufe II.

Zeugnisse über einen im Ausland zurück­gelegten Schulbesuch als gleichwertig anerkannt werden, wenn glaubhaft gemacht wird, dass die Nostrifikation für das Erlangen einer angestrebten Berechtigung oder eines angestrebten Anspruches erforderlich ist und die festgelegten Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Nostrifikation ausländischer (Reife)Zeugnisse beruht auf einem Vergleich der abgelegten Prüfungen und des besuchten Unterrichts mit einem entsprechenden österreichischen Zeugnis.

Sollten einzelne Unterrichtsgegenstände oder Lehrstoffgebiete nicht ausreichend nachgewiesen werden können, sind entsprechende Zusatzprüfungen an einer Externistenprüfungskommission im Bundesland des Wohnortes nachzuholen.

 

Grundvoraussetzung für die Nostrifizierung ist der Hauptwohnsitz in Österreich bzw. der Besitz der österreichischen Staatsbürgerschaft.

Ein Ansuchen um Nostrifikation ausländischer Zeugnisse kann nur dann gestellt werden, wenn es sich um Zeugnisse ausländischer Schulen handelt, deren Status dem einer österreichischen öffentlichen oder mit dem Öffentlichkeitsrecht ausgestatteten Schulen entspricht. Falls die staatliche Anerkennung der betreffenden Schule im Ausland nicht einwandfrei aus dem Zeugnis ersichtlich ist, ist ein entsprechender Nachweis seitens der dortigen Schulbehörde zu erbringen. Eine Nostrifikation ist nur bei Zeugnissen möglich, auf denen die benoteten Unterrichtsgegenstände aufscheinen. Schulbesuchsbestätigungen sind nicht nostrifizierbar.

Zur Nostrifikation ausländischer Studiennachweise sind folgende Unterlagen auf dem Postweg (einge­schrieben) oder persönlich beim Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, 1010 Wien, Minoriten­platz 5, 4. Stock, Zimmer 438A (Parteienverkehr ausschließlich Dienstag und Donnerstag jeweils von 9:00 Uhr bis 12:00 Uhr) einzubringen:

  1. Ansuchen um Nostrifikation des Diploms/Abschlusszeugnisses mit Angabe des Zwecks, für den die Nostrifikation beantragt wird. [Ansuchen/Merkblatt]

  2. Das Original des Diploms/Abschlusszeugnisses. Ausländische Urkunden sind grundsätzlich zu beglaubigen, wobei je nach Staat unterschiedliche Beglaubigungsvorschriften* zur Anwendung kommen (siehe unten).
    – Bei Fremdsprachigkeit ist eine durch eine/n in Österreich offiziell registrierte/n, gerichtlich beeidete/n Übersetzer/in angefertigte Übersetzung erforderlich. Die Übersetzung muss mit der Originalurkunde bzw. mit einer beglaubigten Kopie (ausgen. Diplom/Abschlusszeugnis) amtlich fest verbunden sein. Im Ausland angefertigte Übersetzungen sind entsprechend zu beglaubigen.

  3. Das Original der Jahreszeugnisse jener Schule, deren Diplom/Abschlusszeugnis zur Nostrifikation vorge­legt wird, mit entsprechender Beglaubigung*.
    Falls erforderlich, können vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung zusätzliche Nachweise angefordert werden.
    – Bei Fremdsprachigkeit gelten die unter Pkt. 2 angeführten Bestimmungen.

  4. Geburtsnachweis im Original mit entsprechender Beglaubigung*.
    – Bei Fremdsprachigkeit gelten die unter Pkt. 2 angeführten Bestimmungen.

  5. Heiratsurkunde, falls der derzeitige Name nicht mit jenem auf dem Diplom/Abschlusszeugnis überein­stimmt, im Original mit entsprechender Beglaubigung*.
    – Bei Fremdsprachigkeit gelten die unter Pkt. 2 angeführten Bestimmungen.

  6. Für österreichische Staatsbürger/innen: Staatsbürgerschaftsnachweis im Original.

  7. Für Ausländer/innen (inkl. EU-Bürger/innen): Nachweis des Hauptwohnsitzes in Österreich (Meldebestätigung im Original)

  8. Gebühren und Verwaltungsabgaben

AnsuchenEUR 14,30
Diplom/AbschlusszeugnisEUR 14,30
Weitere Zeugnisseje EUR 14,30
Beilagen (z.B. Meldebestätigung, Geburtsurkunde,  Staatsbürgerschaftsnachweis, Heiratsurkunde)€ 3,60
Bescheid€ 6,50
Beurkundung€ 2,10

*Beglaubigung:

Volle diplomatische Beglaubigung: Ausländische Urkunden aus dem Bildungsbereich, die in Österreich zu amtlichen Zwecken vorgelegt werden, bedürfen grundsätzlich der innerstaatlichen Beglaubigung des jeweiligen Staates (d.h. Unterrichtsbehörde, Außenministerium) sowie der Überbeglaubigung durch die zuständige österreichische Vertretungsbehörde im Ausstellungsland (Botschaft, Konsulat, Honorarkonsulat).

Beglaubigung in der Form der Apostille: Eine volle diplomatische Beglaubigung von Urkunden aus dem Bildungsbereich entfällt bei Vertragsstaaten des „Haager Beglaubigungsübereinkommens“ (Übereinkommen zur Befreiung ausländischer öffentlicher Urkunden von der Beglaubigung), wenn diese Urkunden mit der Apostille versehen sind. Dies sind derzeit folgende Staaten: Albanien, Andorra, Angola, Antigua und Barbuda, Argentinien, Armenien, Aserbaidschan, Australien, Bahamas, Bahrain, Barbados, Belarus, Belize, Botsuana, Brasilien, Brunei Darussalam, China – nur Sonderverwaltungsgebiete Macau und Hongkong, Costa Rica, Dänemark, Dominica, Ecuador, El Salvador, Estland, Fidschi, Georgien, Grenada, Griechenland, Guyana, Honduras, Indien, Irland, Island, Israel, Japan, Kap Verde, Kasachstan, Kolumbien, Republik Korea, Lesotho, Lettland, Liberia, Litauen, Luxemburg, Malawi, Malta, Marshallinseln, Mauritius, Mexiko, Moldau, Monaco, Mosambik, Namibia, Neuseeland, Nicaragua, Niue, Oman, Panama, Paraguay, Peru, Portugal, Russische Föderation, Salomonen, Samoa, San Marino, São Tomé und Principe, St. Christopher und Nevis, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Schweiz, Seychellen, Simbabwe, Spanien, Südafrika, Suriname, Swasiland, Tonga, Trinidad und Tobago, Türkei, Ukraine, Uruguay, Vanuatu, Venezuela, Vereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich, Zypern.

Befreiung von jeglicher Beglaubigung: Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Kroatien, Liechtenstein, Mazedonien, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Polen, Rumänien, Schweden, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn.

Nützliche Links:

Informationen zur Beglaubigung ausländischer Urkunden - Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten

Gerichtsdolmetscher/innen Österreichs

Nostrifikationen anderer Schulbereiche

Berufsanerkennung

Nostrifikationsanträge können nur nach Vorlage aller angeführten Unterlagen gemäß (Punkt 1 bis 6 bzw. 7) bearbeitet werden. Unvollständige Postsendungen werden unbearbeitet an die Absenderin / den Absender retourniert!

Bitte beachten Sie, dass die Bearbeitung des Antrags in der Regel vier bis acht Wochen dauert.

Ansprechpartner:
Norbert Hanauer, ADir.
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung
Abteilung II/3
Zimmer 438A
1010 Wien, Minoritenplatz 5
T: 01 53120 / 4427
F: 01 53120 / 814427
M: norbert.hanauer@bmbwf.gv.at
 

Verantwortlich für diese Seite: N. Hanauer