Ausgezeichnete Diplomarbeit aus Eisenstadt
„Wir wollten mit unserer Arbeit hinter die täglichen Schlagzeilen blicken und verstehen, wie große Wirtschaftsskandale im österreichischen und europäischen Rechtssystem konkret verfolgt werden. Wie sehr sich diese eigenständige und intensive Auseinandersetzung gelohnt hat, merke ich inzwischen selbst: Ich profitiere im Berufsalltag sowie im Studium schon jetzt enorm von diesem Wissen. Dass unsere Arbeit nun auch noch mit diesem Preis gewürdigt wird, ist für uns natürlich eine riesige Freude und der perfekte Abschluss.“ (Sonja Rupp, Absolventin)
Die Absolventinnen der JusHAK Eisenstadt Anna Gollubits, Carolina Krizsanits und Sonja Rupp wurden im Haus der Europäischen Union in Wien für ihre Diplomarbeit mit dem Preis „Wir sind Europa“ ausgezeichnet.
Am 15. Oktober 2026 wurde im Haus der Europäischen Union in Wien zum sechsten Mal der Preis „Wir sind Europa“ für herausragende vorwissenschaftliche Arbeiten und Diplomarbeiten vergeben, die sich mit europäischen Themen befassen. Von den insgesamt drei ausgelobten Preisen ging einer nach Eisenstadt: Anna Gollubits, Carolina Krizsanits und Sonja Rupp hatten im Juni 2026 an der JusHAK Eisenstadt maturiert. In ihrer Diplomarbeit widmeten sie sich dem Thema „Wirtschaftsstrafrecht und die Verfolgung von Wirtschaftskriminalität“. Sie analysierten darin rechtliche Grundlagen, typische Deliktsarten wie Betrug, Untreue oder Korruption sowie die institutionellen Mechanismen zur Sanktionierung von Wirtschaftsstraftaten. Die österreichischen Bestimmungen wurden dabei im Kontext der europäischen Rechtslage beleuchtet.
Hohe wissenschaftliche Qualität
In der Laudation begründete Barbara Reitz, BA MA, stellvertretende Leitung der Administrativen Bibliothek im Bundeskanzleramt, die Entscheidung für die Preisvergabe an die Eisenstädter Schülerinnen: „Was diese Arbeit besonders auszeichnet, ist die intensive und eigenständige Auseinandersetzung mit einer fachlich anspruchsvollen Materie. Wirtschaftskriminalität macht keinen Halt an nationalen Grenzen. Voraussetzung für ihre Bekämpfung sind Mechanismen, die ihre Bekämpfung auf europäischer und internationaler Ebene ermöglichen. Und gerade die Darstellung der Verknüpfung dieser internationalen Dimension verdient diese Auszeichnung.“
Sonja Rupp, eine der Gewinnerinnen, erklärt zur Motivation der Themenwahl „Wir wollten mit unserer Arbeit hinter die täglichen Schlagzeilen blicken und verstehen, wie große Wirtschaftsskandale im österreichischen und europäischen Rechtssystem konkret verfolgt werden.“ Konkret auf den persönlichen Wert der Arbeit und des Erfolges angesprochen sagt sie „Wie sehr sich diese eigenständige und intensive Auseinandersetzung gelohnt hat, merke ich inzwischen selbst: Ich profitiere im Berufsalltag sowie im Studium schon jetzt enorm von diesem Wissen. Dass unsere Arbeit nun auch noch mit diesem Preis gewürdigt wird, ist für uns natürlich eine riesige Freude und der perfekte Abschluss.“
Mag. Reinhard Gaul, Direktor der BHAK/HAS Eisenstadt, zeigte sich ebenfalls von der Qualität der Arbeit beeindruckt: „Ich freue mich sehr, dass hier die Arbeit dreier hervorragender Absolvent*innen unserer Schule gewürdigt wird, die nicht nur zeigt, dass sich unsere Schüler*innen in ihren Diplomarbeiten auf sehr hohem Niveau kritisch mit aktuellen, spannenden Problemstellungen auseinandersetzen, sondern auch, dass sie in wichtigen Bereichen wie wissenschaftlichem Arbeiten, Projektmanagement oder Teamarbeit bestens für weiterführende Ausbildungen und das Berufsleben vorbereitet sind. Ich bin stolz, dass die HAK Eisennstadt – und besonders die JusHAK – solche Absolvent*innen hervorbringt“. Direktor Gaul war gemeinsam mit Mag.a Regina Helfrich und Mag. Philipp Dorner, die die Arbeit betreut hatten, ins Haus der Europäischen Union gekommen, um den Preisträgerinnen persönlich zu gratulieren.
Einladung, Europa weiterzudenken
Der Preis „Wir sind Europa“ wird seit 2020 von der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, dem Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments und dem Bildungsministerium vergeben, um die vielfältigen Perspektiven junger Menschen auf die Europäische Union sichtbar zu machen. Er bedeutet zugleich die Einladung, Europa weiterzudenken, was auf vielfältige Weise auch in den anderen ausgezeichneten Arbeiten geschah. Tamara Kokindova vom pRG Komenský hatte sich mit dem Begriff und der Auswirkung von Populismus auseinandergesetzt. Viktoria Tiefenbacher vom BG8 Piaristengymnasium, Wien, zog in ihrer vorwissenschaftlichen Arbeit eine vorläufige Bilanz über 30 Jahre Österreich in der Europäischen Union. In einer kurzen Rede gab jede Absolventin einen Einblick in ihre Arbeit und unterstrich zugleich deren persönlichen Nutzen.
Bildnachweis:
JusHAK Eisenstadt