Berechtigungen Handelsschule

Berechtigungen mit dem Abschluss einer Handelsschule (Tages- und Abendform)

Neben einer umfassenden Allgemeinbildung und kaufmännischer Bildung bietet die Ausbildung an der  Handelsschule folgende Berechtigungen:

  1. Berechtigungen gemäß Berufsausbildungsgesetz

Gleichhaltung von schulischen Ausbildungsabschlüssen mit facheinschlägigen Lehrabschlüssen gemäß § 34a Berufsausbildungsgesetz (BAG)

Gemäß § 34a BAG und Erlass des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend GZ BMWFJ-33.800/0005-I/4/2012 gilt für den Bereich der beruflichen Qualifikationen, des Arbeitsrechtes einschließlich der Kollektivverträge sowie des Sozialversicherungsrechtes das Prüfungszeugnis, mit dem der erfolgreiche Abschluss einer österreichischen Handelsschule einschließlich der Schulversuche nachgewiesen wird, zumindest als Nachweis einer mit einer facheinschlägigen Lehrabschlussprüfung abgeschlossenen beruflichen Ausbildung.

Dieser Erlass schließt folgenden Lehrberuf ein:

  • Bürokaufmann/frau

Voraussetzung für die Gleichhaltung ist ein Praktikum mit „praktischer Bürotätigkeit“ im Ausmaß von mindestens 150 Stunden! Dieses Praktikum muss auf dem Abschlussprüfungszeugnis ausgewiesen sein.

Gemäß oben genanntem Erlass darf für diesen Lehrberuf kein Lehrvertrag abgeschlossen werden.

Der Antritt zur Lehrabschlussprüfung (auf freiwilliger Basis) bleibt allerdings möglich, um den Nachweis der beruflichen Qualifikationen auch auf diese Weise erbringen und ein Lehrabschlussprüfungszeugnis erhalten zu können.

  1. Berechtigungen gemäß Gewerbeordnung

  1. Zugang zur selbstständigen Ausübung reglementierter Gewerbe

Gemäß Gewerbeordnung, BGBl. Nr. 194/1994 in der geltenden Fassung und erlassenen Verordnungen sowie Erlass des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit BMWA-30.599/0341-I/7/2005 vom 5. April 2006 sind folgende gewerblichen Berechtigungen für die selbstständige Ausübung reglementierter Gewerbe verbunden.

Gewerbe

Weitere Voraussetzung

Arbeitsvermittlung

BGBl. II Nr. 26/2003

Zugang zum Gewerbe mit Nachweis einer zweijährigen fachlichen Tätigkeit und der Befähigungsprüfung

Immobilientreuhänder/in (Immobilienmakler/in und -verwalter/in)

BGBl. II Nr. 58/2003

Zugang zum Gewerbe mit zweijähriger Tätigkeit und der Befähigungsprüfung

Inkassoinstitut

BGBl. II Nr. 59/2003

Zugang zum Gewerbe mit zweijähriger Tätigkeit

Sicherheitsgewerbe (Berufsdetektiv/in / Bewachungsgewerbe)

BGBl. II Nr. 82/2003

Zugang zum Gewerbe mit zweijähriger Tätigkeit und der Befähigungsprüfung

Überlassung von Arbeitskräften

BGBl. II Nr. 92/2003

Zugang zum Gewerbe mit zweijähriger Tätigkeit und der Befähigungsprüfung

Unternehmensberatung einschließlich Unternehmensorganisation

BGBl. II Nr. 94/2003 zuletzt geändert durch BGBl. II Nr. 294/2010

Zugang zum Gewerbe mit zweijähriger Tätigkeit

  1. Entfall der Unternehmerprüfung

Gemäß § 8 Abs. 2 Unternehmerprüfungsordnung, BGBl. Nr. 453/1993 in der geltenden Fassung, entfällt der Prüfungsteil „Unternehmerprüfung“. Die Unternehmerprüfung ist Voraussetzung für die selbstständige Ausübung eines reglementierten Handwerks bzw. Gewerbes oder für Ausübung der Funktion einer gewerberechtlichen Geschäftsführerin /eines gewerberechtlicher Geschäftsführer.

  1. Berechtigungen in der Europäischen Union (inkl. EWR-Staaten und Schweiz)

Das Ausbildungsniveau der mit dem Abschlussprüfungszeugnis ab­ge­schlossenen Aus­bildung entspricht Artikel 11 Buchstabe b der Richtlinie 2005/36/EG über die Anerkennung von Berufs­quali­fikationen, zuletzt geändert durch die Richt­linie 2013/55/EU.

  1. Zugang zur nächsten Ausbildungsstufe

Zugang zur Berufsreifeprüfung, einem Aufbaulehrgang oder einer Handelsakademie für Berufstätige. Zugang zum Fachhochschulstudium, wobei jedoch Zusatzprüfungen  abzulegen sind, wenn es das Ausbildungsziel des betreffenden Studienganges erfordert.

Verantwortlich für diese Seite: N. Hanauer