Die kaufmännischen Schulen Österreichs – Facts

Vision:

Unsere Absolvent/innen handeln eigenverantwortlich und unternehmerisch.

 

Struktur:

117 Schulstandorte (45 % Schulleiterinnen, 55 % Schulleiter)
47.281 Schüler/innen (w: 57 %, m: 43 %)
5.528 Lehrer/innen (w: 67 %, m: 33 %)
600 aktive Übungsfirmen (Österreich ist mit 850 Übungsfirmen „Weltmarktführer“!)
Leitung: 1 Fachabteilung (BMB), 9 Landesschulinspektor/innen

 

Wertschöpfung:

8.660 Jährliche Absolvent/innen
6.000 Diplomarbeiten und 2.600 Abschlussarbeiten pro Jahr (in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsbetrieben aus sämtlichen Branchen)
knapp 3 Mio. Unterrichtsstunden pro Jahr
ca. 6.500 Exkursionen, 1.200 mehrtägige Schulveranstaltungen pro Jahr
über 6.700 Bildungsberatungen pro Jahr

 

Schularten (Ausbildungsdauer, [Ferial-]praktika, Bildungsniveau im internationalen Vergleich):

  • Handelsakademie (5-jährig, 300 Stunden facheinschlägiges Praktikum , ISCED1) 5),
  • Handelsschule (3-jährig, 150 Stunden facheinschlägiges Praktikum, ISCED 3),
  • Aufbaulehrgang (3-jährig, 150 Stunden facheinschlägiges Praktikum - 150 Stunden wurden bereits in der Handelsschule absolviert, ISCED 5),
  • Kolleg (4 Semester, 150 Stunden facheinschlägiges Praktikum, ISCED 5),
  • Spezielle Ausbildungen:
    • Handelsakademie für Wirtschaftsinformatik (Digital Business)
    • Handelsschule für Leistungssportler (4-jährig)
  • Schulformen für Berufstätige: Handelsakademie und Kolleg, HAS-Abschlussprüfung möglich

 

Der Abschluss einer Handelsakademie (= Reife- und Diplomprüfung) zählt als:

  • Studienberechtigung
  • Abgeschlossene Berufsausbildung, z. B. gültig als Lehrabschluss für Bürokaufmann/-frau sowie Finanz- und Rechnungswesenassistenz (Buchhaltung auslaufend), gültig als Unternehmerprüfung
  • Kurzstudienabschluss: Handelsakademieabsolvent/innen haben durch die längere Ausbildungsdauer bereits ein Kurzstudium abgeschlossen und erhöhen die  Akademikerquote

 

Schüler/innenmitwirkung:

  • Ausbildungsschwerpunkte ab dem III. Jahrgang zur Wahl
  • Zweite Lebende Fremdsprache zur Wahl (z. B. Französisch, Italienisch, Russisch, Spanisch)
  • Entrepreneurship Education, Wahlfächer, Freifächer, Seminare, Zertifikate …
  • Wettbewerbe und Projekte: z. B. Debattierclub, Businessplanwettbewerbe, Crowdfunding mit “starte dein Projekt”, HAK-Skills
  • 1500 aktive Peers: Peer Learning, Peer Mediation, Cultural Tutors, Vital4Brain – Bewegungsprogramm
  • Lernhilfeplattform zwischen Schüler/innen – Talentify me (an 25 Standorten)
  • Übungsfirmen und Juniorfirmen
  • Schüler/innenvertretung, Schulgemeinschaftsausschüsse, Schüler/innenevents
  • Feedbacks: 23.000 - 43.000 QIBB2)-Screeningfragebögen pro Jahr, 25.000 – 35.000 QIBB-Individualfeedbacks pro Jahr

 

Bekannte Absolvent/innen von Handelsakademien:

Johannes Gutmann (SONNENTOR Kräuterhandels GmbH), Dr. Johanna Rachinger (Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek), Peter Turrini (Schriftsteller), Dr. Armin Wolf (ZIB 2 – Moderator), Dr. Leo Windtner (ÖFB-Präsident & Generaldirektor Energie AG OÖ) uvm.

Zertifikate:

Jährlich erwerben unsere HAK/HAS-Schüler/innen über 6.000 externe Zertifikate:

 

Unterrichtsprinzipien:

  • Entrepreneurship Education - Befähigung des Einzelnen zu Eigeninitiative und selbstständigem Denken und Handeln als Unternehmer/in, Arbeitnehmer/in, und auch als Konsument/in, aktives und verantwortungsbewusstes Agieren und damit Wirtschaft und Gesellschaft mitgestalten,
  • Wirtschaftserziehung und Verbraucher/innenbildung - kritisch reflexive Auseinandersetzung mit wesentlichen Themen der Wirtschaft,
  • Umwelterziehung - Sensibilisierung für ökologische Anliegen und Erfordernisse unter Einbeziehung des Natur- und Umweltschutzes unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit,
  • Politische Bildung - Erziehung zu einem demokratischen und gesamteuropäischen Denken sowie zur Weltoffenheit,
  • Europapolitische Bildungsarbeit - Thematisierung aktueller europäischer Entwicklungen und Initiativen im Bildungsbereich (Bildungsprogramme, Qualifikationsrahmen, Anerkennungsrichtlinien, Qualitätssicherungsrahmen, Transparenzinstrumente),
  • Gender Mainstreaming - Erziehung zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern,
  • Medienbildung - Sensibilisierung für bewussten Umgang und kritische Auseinandersetzung mit Medien,
  • Gesundheitserziehung - Erziehung zu gesundheitsbewusstem, eigenverantwortlichem Handeln.

 

Unterrichtsmethoden, Unterrichtsorganisation und didaktische Umsetzung:

  • Kompetenzorientiert unterrichten und prüfen: alle Standorte
  • Entrepreneurship Education: alle Standorte
  • Projektunterricht (gemeinsam mit Wirtschaftsunternehmen): alle Standorte
  • Portfoliounterricht: alle Standorte (insb. Deutsch, Kultur, Business Behaviour)
  • COOL – Cooperatives Offenes Lernen: 27 Standorte, davon 15 e-COOL-Zusatzzertifikate
  • Zukunftweisender Medieneinsatz (an den HAK/HAS werden über 24.000 (!) PCs/Notebooks/Tablets im Unterricht verwendet): Mobile Lernbegleiter, Notebookklassen, Tablet-Projekte, BYOD3), interaktive Präsentationsmedien in Verbindung mit verantwortungsvoller und überlegter Nutzung durch die Schüler/innen.

 

Schulzertifizierungen4) und Schwerpunktsetzungen/Initiativen (Jene Bereiche in denen die kaufmännischen Schulen Marktführer in der österreichischen Bildungslandschaft sind, sind in Fettdruck dargestellt):

  • Qualitätszertifikat Übungsfirma (Ö-Norm-Richtlinie 42000): Jährlich werden ca. 170 Übungsfirmen zertifiziert (90 % davon aus dem kaufmännischen Bereich)
  • HAK/HAS (Ö-Norm-Richtlinie Richtlinie 42001): 27 Standorte zertifiziert
  • COOL Zertifizierung: cooperatives offenes Lernen: 11 Impulsschulen (davon 3 COOL-Innovationsschulen), 16 Partnerschulen
  • ÖKOLOG Ökologisierung von Schulen– Bildung für Nachhaltigkeit: Österreichisches Umweltzeichen für Schulen: 10 Standorte zertifiziert
  • Fair Trade-Schulen: 5 Standorte zertifiziert
  • Österreichisches Netzwerk „Gesundheitsfördernde Schulen“: 4 Standorte
  • CertiLingua: Mehrsprachigkeit in europäischer Dimension: 3 Standorte (von insg. nur 7 Schulen in Ö)
  • Gütesiegel für begabungs- und exzellenzfördernde Initiativen an BBS: 2 Standorte (von insg. nur 4 Schulen in Ö), uvm.

 

Internationalität:

  • Work Experience, Auslandssemester, Auslandspraktika, Sprachwochen, …
  • Internationale Übungsfirmenmessen, Kontaktmöglichkeit zu 5000 Übungsfirmen weltweit (inkl. Bankenclearingsystem), …
  • EU-Projekte z. B. „Youth Start“
  • Internationale Wettbewerbe z. B. EURO-Skills, World-Skills, European Entrepreneurship Award
  • Englisch einschließlich Wirtschaftssprache Level B2 GERS
  • Weitere Lebende Fremdsprache Level B1 GERS
  • Zahlreiche Sprachzertifikate (siehe oben)

 

Reife- und Diplomprüfung (standardisiert in allen Sprachen und Mathematik):

  • Diplomarbeit (vorwissenschaftliches Niveau) im Team mit externen Auftraggebern aus der Wirtschaftspraxis mit Präsentation und Diskussion
  • Betriebswirtschaftliche Fachklausur
  • Deutsch
  • Englisch einschließlich Wirtschaftssprache oder eine andere Lebende Fremdsprache
  • Mathematik und angewandte Mathematik
  • Schwerpunktfach: Betriebswirtschaftliches Kolloquium inkl. Vertiefung aus dem gewählten Ausbildungsschwerpunkt oder der gewählten Fachrichtung
  • Wahlfach: z. B. Kultur, Geschichte und Internationale Wirtschafts- und Kulturräume, Geografie und Internationale Wirtschafts- und Kulturräume, Naturwissenschaften (Chemie, Physik, Biologie, Ökologie und Warenlehre), Politische Bildung und Recht, Volkswirtschaft, Berufsbezogene Kommunikation in einer Lebenden Fremdsprache, Mehrsprachigkeit (in zwei lebenden Fremdsprachen), Wirtschaftsinformatik, Seminar, Religion, Freigegenstand (z. B. Latein, dritte lebende Fremdsprache)

 

Vergleichende Zahlen:

  • Von 100 Vierzehnjährigen gehen: (Quelle: Zahlenspielgel 2015 des BMB)
    • 50 % in eine BMHS (z. B. HAK/HAS, HTL/FS, …),
    • 27 % in eine AHS,
    • 17 % in eine Polytechnische Schule,
    • 6 % Sonstige Schulen.
  • Beschäftigungschance nach Abschluss der Sekundarstufe II: BHS 85 %, AHS 70 %, OECD-Mittelwert 61 %
  • Akademikerquote in Österreich (Tertiärer Abschluss der 25 – 64-Jährigen in Prozent): 15 % BHS (= Kurzstudium, ISCED 5), 2 % Bachelor, 11 % Master, 1 % Doktorat

 

Highlights 2017:

  • Jahr der Übungsfirma: Praxisnahes Arbeiten an Übungsfirmen in ganz Österreich wird in den Fokus der kaufmännischen Ausbildung gerückt. Pilotprojekt: Smarte Übungsfirmen zeigen die sieben Stationen zu einer zukunftsfähigen Unternehmensführung auf.
  • Zukunftsthemen wie „Industrie 4.0/Digitalisierung“, SDGs/Global Goals 2030 (17 UN-Nachhaltigkeitsziele „für eine bessere Welt“) und eEducation werden konkretisiert und implementiert – Umsetzungsmöglichkeiten zu diesen Themen werden in regelmäßig stattfindenden Expert/innenrunden überlegt.
  • Datengestützte Schulentwicklung und vereinfachtes Berichtswesen mittels Steuerungstool
  • Innovationsraum Schule: Arbeit in einem offenen Denk-, Reflexions- und Austauschraum an innovativen Prototypen („bottom up approach“) und ihrer Verbreitung zur Unterstützung von Schulautonomie. Die Förderung einer Kultur der Eigenverantwortung und Initiative an Schulen, die es ermöglicht den Wandel im Schulsystem auch von „unten“ und „innen“ voran zu treiben und Multiplikatoren/innen an der Basis zu gewinnen, ist dabei ein zentrales Anliegen. Das Forcieren und Ermöglichen einer nachhaltigen Schulentwicklung unter Berücksichtigung der Sustainable Development Goals ist Teil unserer gemeinsamen Arbeit. Schulen machen sich auf den Weg zur Schulautonomie.
  • Alle Schüler/innen der Abschlussklassen schreiben eine Diplom- bzw. Abschlussarbeit: Teamarbeit mit Auftraggeber aus der Wirtschaftspraxis und einheitlichen Beurteilungsrastern
  • Neue Oberstufe: 80 % der Standorte haben die NOST bereits eingeführt.
  • Kompetenzorientierte und semestrierte Lehrpläne seit bereits drei Jahren (erster Schultyp mit dieser neuen Lehrplanform in Österreich)
  • HAS-Abschlussprüfung wird nach der neuen Prüfungsordnung durchgeführt
  • Implementierung und Evaluierung des Pflichtpraktikums: Antrittsvoraussetzung zu den abschließenden Prüfungen ab dem Haupttermin 2017 (Ausnahme: in der HAK ab 2019)
  • Entrepreneurship Summit: Hauptveranstaltung der Global Entrepreneurship Week in Österreich, internationale Referent/innen, ca. 800 Besucher, 25 Workshops, Haus der Industrie/Wien, Nov. 2017 – SDGs (Sustainable Development Goals) als zentrale Herausforderung werden fokussiert.
  • Teilnahme an internationalen Übungsfirmenmessen z. B. in Prag und Brüssel. Mehrere Übungsfirmenhausmessen in Österreich. Nächste internationale Übungsfirmenmesse im Wiener Rathaus (März 2018)
  • Projekt Wirtschaftsjournalismus (gemeinsam mit der Tageszeitung „DiePRESSE“)
  • Zahlreiche Zertifizierungen (Schul- und Schüler/innenzertifikate siehe oben)
  • EU-Projekt „Youth Start“ (methodischer Lead, ERASMUS+) gemeinsam mit Portugal, Luxemburg, Dänemark, Slowenien
  • „WIR. Berichte aus dem neuen Österreich“, Schüler/innen publizieren ein „Sixpack“ mit 1520 Seiten.

 

Aktuelle Schüler/innenwettbewerbe:

  • Meisterschaften, z.B. Österreichische Schüler/innen Debattiermeisterschaft (ÖSDM), Österreichische Staatsmeisterschaften Euro-Skills
  • Wettbewerbe im Rahmen der Übungsfirmen, z. B. ACT-Selfie-Challenge, Wettbewerbe im Rahmen der internationalen Übungsfirmenmessen
  • Projektwettbewerbe, z. B. 11. Businessplan-Wettbewerb „Next Generation“ (ca. 500 Einreichungen p.a.), Businessplanwettbewerb (ibw), Jugend Innovativ (AWS), „Starte dein Projekt“, u.v.m.
  • Ca. 100 Wettbewerbe in den Bereichen Wirtschaft und Nachhaltigkeit, Fremdsprachen, Kunst und Kultur, Gesundheit und Sport, Naturwissenschaften, Sonstiges

1)ISCED (International Standard Classification of Education) 5: tertiäre Bildung, erste Stufe, „Kurzstudium“
2) Qualitätsinitiative Berufsbildung: www.qibb.at
3) BYOD … bring your own device
4) Die kaufmännischen Schulen besitzen 850 Zertifikat (Stand 2017), das sind durchschnittlich ca. 8 Zertifikate pro Schule.

 

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